Rolls-Royce - Meteor (1943)

Der ab 1943 gebaute Rolls-Royce Meteor war ein Motor für Panzer aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, der aus dem Rolls-Royce Flugzeugmotor Merlin entwickelt wurde

Das 60° V-Zwölfzylindertriebwerk Merlin von Rolls-Royce, das wie alle Rolls-Royce-Flugzeugmotoren einen Greifvogelnamen besaß, war wohl der beste Flugzeugmotor der damaligen Zeit und wurde sowohl in Jagdflugzeugen, etwa der Spitfire oder der de Havilland Mosquito sowie in Bombern und Transportflugzeugen eingesetzt. Später verwendete man den Motor gelegentlich auch noch in der britischen und kanadischen Zivilluftfahrt, wo er in Passagier,- und Frachtflugzeuge eingebaut wurde. Allerdings kam das nicht allzu häufig vor, da der Motor zwar robust und zuverlässig aber auch sehr laut war. Der mit Kompressor ausgestattete Merlin besaß einen Hubraum von 26800 ccm und eine Leistung von circa 1590 PS (später sogar mehr) bei 3000 U/min . Seine im 60°-Winkel stehenden Zylinderbänke waren mit je einer obenliegenden Nockenwelle bestückt und hatten vier Ventile pro Zylinder, von denen die Auslassventile natriumgekühlt waren. Die Kurbelwelle war siebenfach gelagert. Vom Merlin wurden 168000 Exemplare gebaut und zwar nicht nur in England bei Rolls-Royce und Rover, sondern als Lizenzbau auch bei Packard in den USA. Eine Konkurrenz für den Merlin stellten bis zum Einsatz von Düsenflugzeugen die Sternmotoren in der Luftfahrt dar.

Der Rolls-Royce Merlin wurde sogar in deutsche Jagdflugzeuge eingebaut

So trugen auch etliche in Spanien in Lizenz gebaute Messerschmitt Me 109 einen Merlin, denn man hatte die deutschen Triebwerke durch den weit besseren Merlin ersetzt. Etwas bizarr wurde es dann, als Guy Hamilton 1968 den Kriegsfilm „Die Luftschlacht um England“ drehte und die im Film gezeigten Messerschmitt Me 109 (aus spanischer Produktion) allesamt mit dem englischen Triebwerk bestückt waren.

Entwickelt hatte Rolls-Royce den Meteor aus Merlin-Motoren, die man aus abgestürzten Flugzeugen retten konnte. Für den Einsatz als Panzermotor wurde der Merlin nur leicht modifiziert und die meisten wurden dann bei Rover gebaut

Der beim Merlin übliche Kompressor wurde beim Meteor weggelassen, die Gemischaufbereitung erfolgte über andere Vergaser (später Einspritzung) und die Leistung wurde je nach Version auf 600 bzw. 650 PS bei 2250 U/min gedrosselt. Die Beschränkung der Leistung hatte einen günstigen Drehmomentverlauf zur Folge und schonte zudem das Material. Das kam natürlich der Lebensdauer und der Zuverlässigkeit des Motors zugute. So galt der Meteor als unverwüstlich , robust und wartungsfreundlich. Da bei einem Panzermotor das Gewicht im Gegensatz zu einem Flugzeugmotor kaum eine Rolle spielte, wurden viele Leichtmetallbauteile des Merlin-Motors durch Stahlteile ersetzt.

Der Meteor wurde in etlichen britischen Panzern eingesetzt. Das abgebildete Exemplar stammte aus einem zwischen 1945 und 1968 gebauten Centurion-Panzer

Der ausgestellte Motor fungierte lange Zeit als Lehrmodell in einer Werkstatt für die Überholung von Panzermotoren des britischen Militärs in Osnabrück.

In abgewandelter Form wurde der Merlin-V12 übrigens auch in Rekordfahrzeugen eingesetzt

So verwendete etwa der englische Rennfahrer und Motorsportjournalist Sir Malcolm Campbell einen angepassten Merlin für seinen Weltrekordwagen Bluebird, mit dem er 1935 in den USA auf dem Salzsee in Utah eine Geschwindigkeit von 489,7 km/h erreichte und so den Weltrekord brach.

Fotos & Text: Marina Block


Technische Daten


Motor: ohc V-Zwölfzylinder, Vierventiler

Hubraum: 26800 ccm

B x H: 137,2 mm x 152,4mm

Verdichtung: 6:1

Leistung: 600 – 650 PS bei 2250 U/min

Vergaser: 2 Steigstromvergaser oder Einspritzung

Kühlung: Überdruck-Flüssigkeitskühlung

Schmierung: Trockensumpfschmierung mit 1 Druck und 2 Saugpumpen

Gewicht: 835 kg

Bauzeit: 1943-1964

Bilder

Informationen:

MarkeRolls-Royce
ModelMeteor
Baujahr1943

Weitere Fahrzeuge