Im Rahmen ihrer Initiative „Pro Ausbildung“ starteten die Unternehmen KME, die Georgsmarienhütte GmbH und die Stadtwerke Osnabrück 2013 das E-Goggo-Projekt
Bei dem interdiziplinären Projekt arbeiteten Studenten des dualen Studiengangs der Hochschule Osnabrück, die das Projekt vorbereiteten, zusammen mit Ausbildern und Auszubildenden der drei Unternehmen an der Verwandlung eines ursprünglichen Glas Goggomobil Coupés von 1967 in ein modernes Elektroautomobil. Die drei Unternehmen beschritten mit diesem Projekt einen neuen Weg in der Ausbildung, um qualifizierten Nachwuchskräften einen Beruf in den beteiligten Fachbereichen attraktiv zu machen.
Die Basis für das Projekt, das Goggomobil wurde von dem Ausbildungsleiter der Georgsmarienhütte zur Verfügung gestellt
Er war der ehemalige Besitzer des Glas Goggomobils und hatte mit ihm in den 90er Jahren eine fast 5000 km-lange Reise absolviert, ohne dass der kleine Goggo große Probleme gemacht hätte. Nach dieser Reise wurde er zum Cabriolet umgebaut.
Nach der Projektierung und der technischen Konzepterstellung durch die Studenten kam der Goggo zum weiteren Umbau in die Ausbildungswerkstätten der Unternehmen
Der Klassiker aus den 60er Jahren wurde zuerst komplett demontiert, Teile restauriert oder durch andere ersetzt. Die KME-Azubis kümmerten sich um die Zerspanungsarbeiten, die Azubis der Georgsmarienhütte erledigten die Metallarbeiten und die Lehrlinge der Stadtwerke Osnabrück waren für den Elektroantrieb verantwortlich. Bei KME wurde für den Goggo ein neues Armaturenbrett gebaut, neue Lampenringe montiert und ein neuer und größerer Kühlergrill eingebaut. Die Azubis der Georgsmarienhütte fertigten neue Türgriffe und gestalteten den Innenraum um. Den Elektromotor, die unter eine Plexiglasscheibe gut sichtbar auf der Rücksitzbank platzierten Batterien und die Verkabelung montierten die Auszubildenden der Stadtwerke.
Nach zwei Jahren war das Gemeinschaftsprojekt vollendet
Aus dem gut fünfzig Jahre alten Goggomobil war ein modernes kleines Elektroauto mit ansprechendem Design und durchdachter Funktionalität geworden, das je nach Fahrverhalten eine Reichweite von circa 150 km aufwies und eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 75 km/h besaß. Damit war der E-Goggo in etwa so schnell wie sein Teilespender aus den 60er Jahren.
Zukünftig soll der E-Goggo auf Jobmessen präsent sein und junge Leute für eine Ausbildung in den Betrieben begeistern.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: Elektromotor mit Akkus im Heck
Leistung: ca. 12 PS
Höchstgeschwindigkeit: ca. 75 km/h
Reichweite: mit voller Ladung ca. 150 km
Getriebe: Vierganggetriebe
Lenkung: Zahnstangenlenkung
Antrieb: Hinterradantrieb
Karosserie: Stahlblechkarosserie mit Plattformrahmen verschraubt
Vorderradaufhängung: Dreieckslenker, Federbeine
Hinterradaufhängung: Pendelachse mit Längslenkern, Federbeine
Bremsen: hydraulische Trommelbremsen
Radstand: 1800 mm
Reifen: 4,40-10
L x B x H: 2900 x 1280 x 1310 mm
Bauzeit: 2013 (Beginn), Prototyp