Der englische Sportwagen Triumph TR4 verzeichnete in seiner Bauzeit von 1961 bis 1967 weltweit einen großen Erfolg. Sein gutes Fahrverhalten, seine Leistungsfähigkeit, die gute Abstimmung und nicht zuletzt die vom italienischen Automobildesigner Giovanni Michelotti entworfene Gestalt trugen wie seine Sporterfolge und sein moderater Preis zu seiner Beliebtheit bei. Vorteilhaft war auch der recht zuverlässige Charakter dieses Roadsters. Da viele Fahrzeug auch in die USA gingen,- einem der größten Abnehmer europäischer Sportwagen und hier vor allem der Roadsterversionen-, kam 1965 mit dem TR4A eine veränderte Version auf den Markt, die den neuen amerikanischen Sicherheits,- und Zulassungsbestimmungen entsprach.
Der TR4 von 1961 baute auf dem Vorgängermodell TR3 auf. Auch er besaß einen Kastenrahmen mit Kreuzverstrebung, seine Vorderräder waren an Dreiecksquerlenkern samt Schraubenfedern aufgehängt und hinten gab es eine Starrachse an Blattfedern. Sein Vierganggetriebe war vollsynchronisiert und er war vorn mit Scheibenbremsen und hinten mit Trommelbremsen bestückt.
Der ohv Reihenvierzylindermotor besaß einen Hubraum von 2138 ccm und leistete 100 PS bei 4600 U/min. Das reichte für eine Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h und eine Beschleunigung in 12 Sekunden auf 100 km/h. Auch der TR4 hatte übrigens noch eine runde Aussparung im Kühlergrill für die Drehkurbel, mit der man den Motor zur Not auch per Hand anwerfen konnte.
Von seinem Vorgänger unterschied sich das Modell vor allem durch seine breitere Spur und den breiteren Innenraum. Außerdem besaß er nun eine Zahnstangenlenkung und war zudem mit praktischen Kurbelfenstern im Gegensatz zu den umständlichen Steckfenstern des TR3 ausgestattet.
England gilt traditionell als Land der Roadster
Obwohl Großbritannien vom Wetter nicht gerade verwöhnt wird, entstanden erstaunlicherweise gerade hier sehr viele Sportwagenmarken, die allesamt offene Zweisitzer im Programm hatten. Dabei reichte die Variationsbreite von Roadstern mit relativ großen, sehr potenten Triebwerken bis hin zu den vielen kleinen, oft „Westentaschen-Roadster“ genannten Modellen, die besonders beliebt und auch erschwinglich waren.
Ein Novum des TR4 verbarg sich am Armaturenbrett
Als erstes Serienmodell überhaupt verfügte der TR4 nämlich über einstellbare Lüftungskanäle am Armaturenbrett. Etwas Besonderes war auch das für den TR4 erhältliche, zweiteilige Hardtop namens Surrey Top mit austauschbaren Dachteilen aus Metall. Die Idee wurde später von Porsche aufgegriffen.
Die Karosserie hatte Michelotti für den TR4 gezeichnet
Die etwas ausgefallenen Formen mit runden und kantigen Elementen stammten von dem italienischen Automobildesigner Giovanni Michelotti, der eine Zeit lang zum Hausdesigner von Triumph avancierte. Er hatte dem Roadster einen unverwechselbaren Charakter verliehen.
Der ab 1965 angebotene TR4A, auch als IRS (independant rear suspension) bezeichnet, wies einige Änderungen auf
Die größte Veränderung betraf die Hinterachse, denn der TR4A besaß mit einer Schräglenkerhinterachse samt Schraubenfedern auch hinten eine unabhängige Radaufhängung. Verbreitert wurde die hintere Spur und der Radstand etwas verlängert. Geändert wurden ferner die Stoßstange, die Positionslampen, die Blinker und die Platzierung der Handbremse. Ein Holzarmaturenbrett gab es nun serienmäßig und auch der Motor erfuhr eine leichte Überarbeitung.
Der Triumph TR4 war auch ein sehr beliebtes und erfolgreiches Wettbewerbsfahrzeug, das sowohl von Profis als auch von Amateuren eingesetzt wurde
Auch die Rennabteilung von Triumph beteiligte sich erfolgreich mit dem TR4 an vielen internationalen Rennen und Rallyes. Zwischen 1962 und 1964 setzte das Werk vier TR4 Rallye-Werkswagen bei internationalen Wettbewerben wie der Tulpenrallye, dem Coupe des Alpes, der Rallye Monte Carlo, der RAC Rallye, der Shell 4000 und etlichen mehr ein. In England und in den USA bewies der TR4 außerdem sein nicht unerhebliches Talent als Rennwagen und holte viele Klassensiege.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: ohv Reihenvierzylinder
Hubraum: 2138 ccm
B x H: 86 mm x 92 mm
Verdichtung: 9:1
Leistung: 100 PS bei 4600 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 175 km/h
Vergaser: zwei 44 mm-Zenith-Stromberg-Vergaser
Getriebe: Vierganggetriebe, vollsynchronisiert, Mittelschaltung
Lenkung: Zahnstangenlenkung
Antriebsart: Hinterradantrieb
Chassis: Kastenrahmen mit Kreuzverstrebung
Karosserie: offene Ganzstahlkarosserie,Roadster
Vorderradaufhängung: Dreiecksquerlenker, Schraubenfedern
Hinterradaufhängung: Starrachse mit Blattfedern
Bremsanlage: vorn Scheibenbremsen, hinten Trommelbremsen
Radstand: 2235 mm
L x B x H: 3960 x 1460 x 1270 mm
Gewicht: 1010 kg
Reifen: 5.90-15
Bauzeit: 1961-1967
Stückzahl: 68717 Ex.(insgesamt) davon TR4-40253 Ex.