Mit dem Z1 Roadster brachte BMW 1989 zum ersten Mal wieder nach dem legendären 507 einen Roadster auf den Markt, der nicht nur hinreißend aussah, sondern auch mit vielen neuen technischen Leckerbissen aufwartete
So besaß der zweisitzige Sportwagen mit den einzigartigen, elektrisch versenkbaren Türen, die in den breiten Seitenschwellern Platz fanden, ein vollverzinktes, von der Karosserie Baur in Stuttgart gebautes Monocoque, an das die Karosserieteile aus Thermoplast und anderen Kunststoffen angeschraubt waren. Den eingeklebten und aerodynamisch ausgeklügelten Kunststoffboden aus faserverstärktem Sandwichmaterial hatte der Luftfahrtkonzern Messerschmitt-Bölkow-Blohm gefertigt. Ein dickes Alurohr schuf die Verbindung zwischen der Motor-Getriebeeinheit und der neu konzipierten Doppelquerlenker-Hinterachse, die im Z1 ihr Debut feierte und für ein Gocart-ähnliches Fahrverhalten sorgte. Gut für dasselbige sollte auch der Ground Effect sein, der durch einen flügelprofilartigen, quer liegenden Endschalldämpfer samt Diffusor erzeugt wurde und den Roadster förmlich an den Boden saugte.
Um eine optimale Gewichtsverteilung zu erreichen, hatte man den ohc Reihensechszylinder aus dem 325i hinter der Vorderachse eingebaut.
Entwickelt wurde der Z1 in der 1985 gegründeten „BMW-Denkwerkstatt“, der BMW Technik GmbH, von Geschäftsführer Ulrich Bez (Technik) und Chefdesigner Harm Lagaay, der später zu Porsche ging
Die beiden bekamen die Aufgabe das Motto „Freiheit auf vier Rädern“ bestmöglich umzusetzen. Heraus kam dabei nicht nur ein technisch interessant konstruierter Roadster, sondern auch ein wirklich außergewöhnliches Styling mit tief herunter gezogener, langer Frontpartie, Stummelheck und dem Highlight, den vollversenkbaren Türen, die während der Fahrt offen bleiben konnten. Das ermöglichte ein Fahrgefühl, wie es früher in offenen Fahrzeugen üblich war, denn man wurde vom Wind umwirbelt und war den Elementen hautnah ausgesetzt. So war das Fahren mit allen Sinnen erfahrbar. Beim Z1 konnten die Insassen allerdings wählen. Hatten sie genug von den stürmischen Turbulenzen, wurden die elektrisch zu betätigenden Türen und Fenster einfach hoch gefahren und schon kehrte Ruhe ins Cockpit ein. Das war übrigens relativ knapp bemessen und erforderte vor allem mit geschlossenem Verdeck viel Gelenkigkeit beim Einstieg.
Die Basistechnik und Grundausstattung stammte vom Dreier-BMW
Der Z1 besaß normalerweise den 2,5 l ohc Reihensechszylinder mit 170 PS aus dem 325i mit Alu-Zylinderkopf, elektronischer Benzin-Einspritzung, siebenfach gelagerter Kurbelwelle und Fünfganggetriebe. Das reichte für eine Spitze von 220 km/h. Ein kleiner Teil der 8000 gebauten Z1 Roadster verfügte allerdings über getunte Motoren, wie etwa die 66 Fahrzeuge, die mit einem von Alpina auf 2,7l Hubraum vergrößerten und 200 PS leistenden Sechszylinder, einem überarbeiteten Fahrwerk und einem Sportauspuff ausgestattet waren. Daneben gab es auch noch einige andere Tuner, wie etwa die Firma Mosselmann aus den Niederlanden, die den Motor ebenfalls auf 2,7 l vergrößert hatte. So präpariert, erreichte der Z1 eine Höchstgeschwindigkeit von 233 km/h und beschleunigte in nur 7 Sekunden von 0 auf 100 km/h.
Der von 1989 bis 1991 in 8000 Exemplaren gebaute Z1 war ein Roadster reinster Prägung mit Aufsehen erregenden technischen sowie gestalterischen Finessen und ein BMW-Prestigeprojekt
Groß verdienen konnte BMW dank der aufwendigen Technik und Verarbeitung an dem anfangs 84000 DM teuren High-Tech-Roadster wohl nicht wirklich viel. So blieb der Bau trotz der Nachfrage begrenzt. Dem Ansehen von BMW brachte dieser innovative Sportwagen allerdings eine Menge.
Fortgeführt wurde die BMW-Roadstergeschichte schließlich vier Jahre später mit dem konventioneller konzipierten Z3.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: ohc Reihensechszylinder, hinter der Vorderachse längs eingebaut
Hubraum: 2693 ccm
B x H : 84 mm x 81 mm
Leistung: 204 PS bei 6000 U/min
max. Drehmoment: 261 Nm bei 4900 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 233 km/h
Beschleunigung: 7,1 sec. von 0 auf 100 km/h
Getriebe: vollsynchronisiertes Fünfganggetriebe, Mittelschaltung
Aufbau: verzinktes Stahlmonocoque mit Kunststoff-Karosserieteilen beplankt
Vorderradaufhängung: Querlenker mit McPherson-Federbeinen, Stabilisator, Gasdruck-Stoßdämpfer
Hinterradaufhängung: Quer,- und Längslenker, Stabilisator, Gasdruck-Stoßdämpfer
Bremsanlage: vorn und hinten Scheibenbremsen, Bremskraftverstärker, ABS
Radstand: 2447 mm
Gesamtmaße: 3921 x 1690 x 1277 mm
Leergewicht: 1250 kg
Stückzahl: 8000 Ex.
Bauzeit: 1989-1991