Das Duell der amerikanischen Automobilgiganten Ford und General Motors, die in den 60er Jahren mit dem Ford Mustang und dem Chevrolet Camaro gegeneinander um die Gunst ihrer jungen sportlich orientierten Kundschaft antraten, wurde in Europa zwischen dem Ford Capri und dem Opel Manta ausgetragen
Eigentlich hatte GM mit dem ersten amerikanischen Großseriensportwagen, der Chevrolet Corvette, bereits sportliches Terrain betreten. Allerdings spielte die Corvette in einer anderen, nämlich höheren Liga als die Pony-Cars der 60er und 70er Jahre. Für amerikanische Verhältnisse waren die Pony-Cars eher kleinere Sportwagen mit großen V-6 oder V-8-Motoren, gemacht für ein junges, nicht übermäßig zahlungskräftiges Publikum. Ausgelöst wurde der Pony-Car-Boom von Ford, als die Marke mit dem ungeheuer erfolgreichen Mustang auf den Markt kam. Darauf reagierte GM mit dem Chevrolet Camaro. Analog dazu eröffnete Ford mit dem Capri in Europa das Spiel. Auch darauf mußte General Motors reagieren und so schuf die GM-Tochter Opel 1970 das auf der Basis bewährter Opel-Technik entwickelte Sportcoupé Manta, dem die auf derselben Plattform entstandene Limousinenversion Opel Ascona wenig später folgte. Der Name Manta wurde in Anlehnung an den Chevrolet Corvette Stingray (Stachelrochen) gewählt und Emblem nach Fotos des Meeresforschers Jacques Cousteau gestaltet .
Der Opel Manta, das europäische Pony-Car, wirkte wie eine verkleinerte Version des Camaro und zielte hauptsächlich auf eine junge männliche Kundschaft ab
In der Werbung hieß es, „Wild und schön. Der Manta ist frei. Keiner ist wie er“, und traf damit ein Lebensgefühl. So erlangte das auf Großserientechnik basierende, fünfsitzige Sportcoupé in seinem Umfeld langsam einen Kultstatus. Gemacht war der Manta für all diejenigen, die von einem richtigen Sportwagen träumten, einen solchen aber eigentlich nicht bezahlen konnten. Der Manta allerdings war auch für ein überschaubares Budget zu haben. In nur fünf Jahren verkaufte sich von der ersten Version (Manta A) eine halbe Million Exemplare.
Der Manta A stammte aus der Feder eines US-Designers
Charles M. Jordan hatte dem Sportcoupé seine unverwechselbare Optik verliehen, die aber in Details an etliche andere Opel-Modelle erinnerte. So ähnelt die Front dem Opel Kadett nur eben mit Doppelscheinwerfern und die Heckpartie mit den vier kreisrunden Rücklichtern wirkt wie eine Mischung aus Opel Rekord Coupé und Opel GT. Manche fühlten sich sogar an Ferrari oder an die Chevrolet Corvette erinnert. Ansonsten besaß der Manta eine langgezogene Frontpartie mit vorn angeschlagener Motorhaube, breite Türen, große Fensterflächen, eine auf Sicherheit (Knautschzonen) ausgelegte Fahrgastzelle mit Sicherheitslenksäule und ausgeformte Sitze. Vorn waren die Räder an ungleich langen Querlenkern und Schraubenfedern aufgehängt, hinten gab es noch eine Starrachse mit Schraubenfedern. Unter der Motorhaube saßen je nach Wahl Motoren zwischen 1,2 und 1,9 l Hubraum mit einer Leistung bis zu 105 PS.
Mit zuverläßiger Großserientechnik zum Erfolg
Der Manta A war sehr zuverläßig, bot viel Platz und Bequemlichkeit und war auch in Bezug auf die Unterhaltskosten gut für s Portemonnaie. Er wurde sogar in die USA verkauft und war in den Verkaufsräumen der Buick-Händler zu finden. Wegen des großen Erfolgs des ersten Mantas wurde ab Ende 1975 eine zweite Generation aufgelegt, die bis 1988 im Opel-Programm blieb.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: CIH (seitlich im Kopf liegende Nockenwelle, Antrieb über Duplexkette) Reihenvierzylinder
Hubraum: 1196 ccm
B x H: 79 x 61 mm
Leistung: 60 PS bei 5400 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h
Vergaser: Solex-Vergaser
Getriebe: Vierganggetriebe, Knüppelschaltung; oder Dreigangautomatik
Karosserie: selbsttragende Ganzstahlkarosserie
Vorderradaufhängung:Doppelquerlenkern, Schraubenfedern, Drehstab-Stabilisator
Hinterradaufhängung: Starrachse, Längslenker, Schraubenfedern, Panhardstab, Drehstab-Stabi
Bremsen: Servo-Zweikreisbremse, Scheiben vorn
Radstand: 2430 mm
Gesamtmaße: 4292 x 1626 x 1360 mm
Gewicht: 1060 kg
Tankinhalt: 48 l
Verbrauch: 8,5 l auf 100 km
Preis: 8719 DM (1,6 l)
Bauzeit: 1970-1975