Fiat - 600 D (1965)

Eine der interessantesten Kleinwagen-Neuheiten der Nachkriegszeit war der 1955 vorgestellte Topolino-Nachfolger Fiat 600, der trotz seiner geringen Größe einer ganzen Familie Platz bot und zudem über gute Fahreigenschaften verfügte. Er war der erste Fiat mit Heckmotor

Der Fiat 600 besaß eine selbsttragende und bei geringen Außenmaßen (3,21 m Gesamtlänge und 1,38 m Breite) sehr geräumige, zweitürige Karosserie mit vier vollwertigen Sitzplätzen sowie eine Einzelradaufhängung aller Räder. Die Vorderräder waren an oberen Dreieckslenkern und unteren Querblattfedern und die Hinterräder an Dreieckslenkern und Schraubenfedern aufgehängt.

Der wassergekühlte, kurzhubige Vierzylindermotor des 600 befand sich im Heck des Fahrzeugs und trieb die Hinterräder an. Anfangs verfügte der Motor über einen Hubraum von 633 cm. Ab 1960 wurde mit dem Modell 600 D ein neues und größeres Vierzylindertriebwerk mit 767 ccm Hubraum (B x H: 62 x 63,5 mm) und einer Leistung von 29 PS verwendet. Damit kam die eiförmige und mit nur knapp 600 kg recht leichtgewichtige Limousine auf eine Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h.

Ihre Türen waren von nun an nicht mehr hinten, sondern vorn angeschlagen. Außerdem hatte der 600 D ausstellbare Dreiecksfenster in den Türen und Kurbelfenster ersetzten bei ihm die ursprünglich verwendeten Schiebefenster. Leicht zu erkennen war der 600 D auch an den zusätzlichen Luftschlitzen im Motordeckel und an den Stoßstangenhörnern.

Verkaufte sich schon der Fiat 600 blendend, so wurde mit dem 600 D die zweite, von 1960 bis 1969 im Turiner Fiat-Werk gebaute Generation mit 1561000 Exemplaren sogar noch erfolgreicher

Diese kleinen, preiswerten und sehr praktischen Fahrzeuge fanden Liebhaber in der ganzen Welt. Von 1966 bis 1970 baute Fiat den 600 D auch in Argentinien, um den amerikanischen Markt zu beliefern. Ein Nachfolgemodell wurde dort sogar noch bis 1982 produziert.

Fiats Chefkonstrukteur Dante Giacosa entwarf auf der Basis des 600 und 600 D auch das berühmte Derivat, den Multipla

Dieses Fahrzeug war ein 3,53 m langer, viertüriger Frontlenker mit bis zu sechs Sitzen, die abklappbar waren und so auch eine Ladefläche bilden konnten. Damit war der Multipla eines der ersten Multifunktionsfahrzeuge. Es gab ihn auch als Camping-Bus und als Taxi.

Der Fiat 600/600 D war so beliebt, dass er in vielen Ländern in Lizenz gebaut wurde

In Spanien entstand er als Seat 600/770 und 800, in Jugoslawien als Zastava 750 und in Deutschland als NSU Fiat Jagst.

Fotos & Text: Marina Block

        1. Technische Daten

Motor: ohv Reihenvierzylindermotor im Heck

Hubraum: 767 ccm

B x H: 62 mm x 63,5 mm

Leistung: 29 PS bei 4800 U/min

Höchstgeschwindigkeit: 110 km/h

Getriebe:Vierganggetriebe

Antriebsart: Hinterradantrieb

Vorderradaufhängung: Dreieckslenker, Querblattfeder

Hinterradaufhängung: Dreieckslenker, Schraubenfedern

Bremsen: Trommelbremsen

Radstand: 2000 mm

Länge: 3210 mm

Breite: 1380 mm

Höhe: 1370 mm

Gewicht: ca. 580 kg

Bauzeit: 1960-1969

Stückzahl: 1561000 Ex.


 


Bilder

Informationen:

MarkeFiat
Model600 D
Baujahr1965

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