Pininfarina - 2000 Spider (1980)

Ein formvollendeter und geräumiger Spider mit leicht zu handhabendem Verdeckmechanismus ergänzte als Imageträger das 1966 von Fiat herausgebrachte neue Modell der unteren Mittelklasse, das im Design-Stil der „Neuen Sachlichkeit“ entstand und damals durch seinen streng geometrisch und klar wirkenden Karosserieaufbau mit großen Fensterflächen, hoher Übersichtlichkeit sowie Geräumigkeit innovative Akzente setzte

Ansonsten war der Fiat 124 mit kantig geformter Limousinen-Karosserie ein konventionell konstruiertes Fahrzeug mit vorn liegendem Reihenvierzylindermotor und Hinterradantrieb, das großen Erfolg hatte und lange auf dem Markt blieb. Ursprünglich war für dieses Modell ein Frontantriebskonzept vorgesehen, das aber aufgegeben und stattdessen beim Autobianchi 111 als erstes realisiert wurde. In Lizenz wurde der Fiat 124 von etlichen Marken weltweit gebaut. Mit ihm, aus dem in der Sowjetunion der Lada entwickelt wurde, verhalf Fiat zudem der sowjetischen Autoindustrie auf die Beine.

Der von Pininfarina entworfene Fiat 124 Spider arbeitet mit Lampredis Vierzylinder-Doppelnocken-Triebwerk, das nicht nur bei Fiat lange Jahre, sondern in abgewandelter Form auch bei Alfa Romeo und Lancia Verwendung fand

Den aus der Limousine entwickelten 124 Spider mit eleganter Sportkarosserie von Pininfarina präsentierte Fiat 1966 erstmals auf der Turiner Automobilausstellung . Sergio Pininfarina gefiel angeblich der Fiat Spider weit besser als der ebenfalls in seinem Hause gestaltete Alfa Romeo Spider, weil der Fiat Spider „die beste Mischung aus Design und Vernunft sei“.

Unter der Motorhaube des Spider arbeitete ein dohc Vierzylindertriebwerk, bei dem die beiden obenliegenden Nockenwellen über Zahnriemen statt über Kette angetrieben wurden, was 1966 völlig neuartig und auch kostengünstiger war. Nun konnte zum ersten Mal weltweit ein Hochleistungsmotor plötzlich relativ preiswert hergestellt werden. Die erste Marke, die einen Zahnriemen für den Nockenwellenantrieb verwendete, war zwar Glas aus Dingolfing, doch Fiat war der erste Hersteller, der dies an einem dohc-Hochleistungsmotor realisierte.

Zu dem Doppelnocken-Motor mit 1,4 l Hubraum gesellte sich ab 1969 auch eine Variante mit 1608 ccm Hubraum und 110 PS. Später wuchs der Hubraum auf 1800 ccm an bis es den Spider ab 1979 dann auch mit einem 2 l-Triebwerk gab, was ihm die Bezeichnung 2000 Spider einbrachte. Auf dessen Basis entstanden auch etwa 1000 Turbo-Versionen mit dem von Aurelio Lampredi entwickelten Volumex-Motor. Eine getunte Spider-Version kam auch von Abarth.

Den von 1979 bis 1982 gebauten 2000 Spider, der ab 1980 serienmäßig mit Benzineinspritzung ausgestattet war, gab es als Fiat und als Pininfarina Spider. Produziert wurde er ausschließlich für den amerikanischen Markt wie auch schon die ab 1974 entstandenen Spider

Nachdem dann bei Fiat die Spiderproduktion 1982 endete, führte Pininfarina bis 1985 mit dem Pininfarina Azzura (für den amerikanischen Markt) und dem Spidereuropa, der (wie der Name schon vermuten lässt) auch wieder hier verkauft wurde, den Bau des 124-Spider mit 2 l-Motor noch eine Zeit lang weiter. Die Nordamerikaner, die der 124 Spider jahrzehntelang schlichtweg begeistert hatte, blieben seine größten Abnehmer. Von den 200000 insgesamt gebauten 124 Spidern gingen gut 170000 Fahrzeuge nach Nordamerika.

Fotos & Text: Marina Block

Technische Daten


Motor: dohc Reihenvierzylinder

Hubraum: 1995 ccm

Leistung: 105 PS bei 6500 U/min

max. Drehmoment: 137 Nm bei 4300 U/min

Beschleunigung: von 0 auf 100 km/h in 9,9 sec.

Höchstgeschwindigkeit: ca. 180 km/h

Getriebe: Fünfganggetriebe

Karosserie: selbsttragende Ganzstahlkarosserie

Vorderradaufhängung: Querlenker, Federbeine, Stabilisator

Hinterradaufhängung: Starrachse, Längslenker, Schraubenfedern, Panhardstab, Stabilisator

Bremsen: hydraulische Scheibenbremsen vorn und hinten

Radstand: 2280 mm

L x B x H: 4150 x 1650 x 1270 mm

Gewicht: ca. 1050 kg

Verbrauch: ca. 11l/100km

Bauzeit: 1979-1982

Bilder

Informationen:

MarkePininfarina
Model2000 Spider
Baujahr1980

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