BMW hatte 1966 den Dingolfinger Automobilproduzenten Glas übernommen, dessen Ingenieurswissen BMW viel Wert war. Aus dem sportlichen Imageträger von Glas, dem von Pietro Frua modellierten 1300 GT entwickelte BMW 1967 seinen 1600 GT
BMW hatte nach der Übernahme einige Glas-Modelle noch eine Zeit lang weiter gebaut. Nicht nur das Goggomobil war unter BMW-Regie bis 1969 zu haben, auch das Oberklassemodell von Glas, der 2600 V8 wurde mit vergrößertem Triebwerk als Glas 3000 V8 noch bis Mai 1968 verkauft. Aus dem eleganten Glas 1300 GT beziehungsweise in der größeren Version dem 1700 GT Coupé wurde das BMW 1600 GT-Coupé.
Nur das äußere Erscheinungsbild ähnelte dem Glas Coupé bis auf einige Details, wie dem BMW-typischen „Gesicht“mit dem nierenförmigen Kühlergrill, dem Firmenemblem und den runden Heckleuchten vom BMW 1600-2. Beim Innenleben sah einiges anders aus
Sowohl der kurzhubige Motor als auch das Getriebe und die Hinterachse des 1600 GT stammten aus dem BMW 1600 ti. Der intern M10 genannte ohc Reihenvierzylindermotor besaß in dieser Version einen Hubraum von 1573 ccm, war mit zwei Solex-Doppelvergasern und einer 12 Volt-Elektrik bestückt und leistete 105 PS bei 6000 U/min. Im Gegensatz zum Glas-Motor wurde bei ihm die obenliegende Nockenwelle über eine Rollenkette angetrieben. Bei Glas war es ein Zahnriemen. Auch das Vierganggetriebe stammte von BMW. Die Einzelradaufhängung vorn erfolgte wie beim Glas an Doppelquerlenkern, Schrauben,- und Gummihohlfedern. Hinten besaß der BMW eine Schräglenker-Hinterachse, ganz im Gegensatz zum Glas, der über eine starre Hinterachse verfügte.
Die elegante Formgebung des Glas Coupés stammte aus der Feder des italienischen Automobildesigners Pietro Frua aus Turin, der auch mit dem Umbau der Glas-Karosserie zur BMW-Karosserie betraut wurde
Die Frontpartie und die Heckpartie des formvollendeten 2+2 Fastback-Coupés mit geschwungener Dachlinie wurden von Pietro Frua so verändert, dass die BMW-Niere und die Heckleuchten aus dem BMW 1600-2 verwendet werden konnten. Wie auch schon zuvor die Glas-Karosserien, wurden auch die Rohkarosserien des BMW 1600 GT bei der Karosseriebaufirma Maggiora, mit der Pietro Frua zusammenarbeitete, im Turiner Stadtteil Montcalieri gefertigt.
Im März 1968 teilte BMW Frua mit, dass die Produktion des 1600 GT Coupés im August eingestellt werden sollte
Ein langes Leben war dem chicen Coupé mit der knappen Bauzeit von nur einem Jahr also nicht beschieden. Entstanden sind von ihm 1447 Exemplare.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: ohc Reihenvierzylinder
Hubraum: 1573 ccm
B x H : 84 mm x 71 mm
Leistung: 105 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h
Vergaser: 2 Solex Horizontal-Doppelvergaser
Kupplung: Einscheibentrockenkupplung
Getriebe: Vierganggetriebe (gegen Aufpreis Fünfganggetriebe), Mittelschaltung
Karosserie: selbsttragende Ganzstahlkarosserie
Vorderradaufhängung: Einzelradaufhängung an Doppelquerlenkern, Schrauben,- und Gummihohlfedern,
Querstabilisator, Teleskopstoßdämpfer
Hinterradaufhängung: Einzelradaufhängung an Schräglenkern, Schraubenfedern,Gummizusatzfedern,
Querstabilisator, Teleskopstoßdämpfer
Bremsanlage: hydraulisch, vorn Scheiben, Hinten Trommeln
Radstand: 2320 mm
Gesamtmaße: 4050 x 1550 x 1280 mm
Leergewicht: 970 kg
Stückzahl: 1447 Ex.
Bauzeit: 1967-1968