Der 1981 vorgestellte Maserati Biturbo mit kompakter Karosserie und luxuriöser Ausstattung war an ein breiteres Publikum adressiert. Gebaut wurde er bis 1988. Einer sein Nachfolger wurde das Modell 2.24 V mit vier statt den bisherigen drei Ventilen je Zylinder
Bis dato konnten sich nur sehr gut betuchte Leute einen Maserati leisten. Mit dem Biturbo bot der italienische Sportwagenhersteller aus Modena aber nun auch ein bezahlbares Modell an. Die finanzielle Situation des Unternehmens, das zuvor zumeist teure und exklusive Hochleistungssportwagen für einen kleinen Kundenkreis gebaut hatte, machte ein Umdenken zwingend notwendig.
Nachdem der Argentinier Alejandro de Tomaso die Marke Maserati 1975 gekauft hatte, wurde nach einigen Jahren Entwicklungszeit der Biturbo mit V-Sechszylindertriebwerk und zwei Turboladern (daher der Name) als erstes unter seiner Regie komplett neu entwickeltes Modell auf den Markt gebracht
De Tomaso visierte die Massenproduktion eines zwar schnellen aber doch auch bezahlbaren sportlichen Kompaktwagens an. Die Formgebung des zweitürigen und viersitzigen Stufenheckcoupés hatte der ehemalige Pininfarina-Designer Pierangelo Adreani entworfen. Beeinflusst wurde sein Design von Giorgetto Giugiaros Entwurf des Konzeptwagens Maserati Medici, an dem sich die Formen des Maserati Quattroporte III orientierten. Der Innenraum aller Biturbo-Modelle war ausgesprochen luxuriös ausgestattet.
In Italien wurde dieser Maserati mit einem nur 2 l großen V-Sechszylindertriebwerk verkauft, Exportmodelle besaßen einen größeren Hubraum (2,5 bzw. 2,8 l)
Diese Regelung lag daran, dass in Italien für Fahrzeuge über 2 l Hubraum eine horrende Mehrwertsteuer von 38 statt der normalen 19 Prozent fällig wurde. Für die dennoch sehr hohe Leistungsfähigkeit des 2 l-Modells waren die beiden Turbolader zuständig. Sie holten aus dem V-Sechszylinder mit je einer obenliegenden Nockenwelle pro Zylinderbank und je drei Ventilen pro Zylinder bei der Version mit Registervergaser gut 180 PS heraus. Mit 255 Nm Drehmoment schaffte der Viersitzer einen Sprint auf 100 km/h in nur sieben Sekunden. Folgende Versionen mit höher verdichtetem Motor und Benzineinspritzung waren noch flotter. Das 1988 lancierte Nachfolgemodell 222 besaß den leistungsstärksten Einspritzmotor der Biturbo-Sportversion, verfügte aber immer noch über drei Ventile. Dem Maserati 222 wurde dann als Sportversion der mit vier Ventilen je Zylinder ausgestattete 2.24 V zur Seite gestellt.
Der von 1988 bis 1993 angebotene Maserati 2.24 V lag aus technischer und stilistischer Sicht in der Tradition der Biturbo-Baureihe
Der Vierventiler besaß 245 PS bei 6250 U/min, Benzineinspritzung, zwei Turbolader und insgesamt 24 Ventile. Außerdem war er mit zwei statt wie bisher einer obenliegenden Nockenwelle pro Zylinderreihe bestückt. Dieser V-Sechszylindermotor beförderte den in seiner Gestalt nur leicht veränderten Sportwagen, der über ein verbessertes Fahrwerk mit vom Innenraum aus verstellbaren Koni-Stoßdämpfern und die Zweifarbenlackierung (unten schwarzer Streifen) des Biturbo Si verfügte, dessen Zierelemente aber nicht verchromt, sondern schwarz eloxiert waren, auf eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 230 km/h und beschleunigte in nur 5,8 Sekunden auf 100 km/h. Noch schneller sollte die 1991 vorgestellte Sportversion des 2.24 V, der Maserati Racing mit 279 PS werden.
Abgelöst wurde die in 1147 Exemplaren entstandene Baureihe schließlich vom Maserati Ghibli.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: 90° dohc V-Sechszylindermotor, 2 Turbolader, Vierventiler
Hubraum: 1996 ccm
B x H: 82 x 63 mm
Verdichtung: 7,6:1
Leistung: 245 PS bei 6250 U/min
max. Drehmoment: 296 Nm bei 5000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: über 230 km/h
Gemischaufbereitung: Benzineinspritzung
Getriebe: Fünfganggetriebe von ZF
Bremsen: Scheibenbremsen an allen Rädern, Bremskraftverstärker
Vorderradaufhängung: Einzelradaufhängung an McPherson-Federbeinen
Hinterradaufhängung: Einzelradaufhängung an Schräglenkern und Schraubenfedern
Karosserie: selbsttragende Ganzstahlkarosserie
Radstand: 2514 mm
L x B x H: 4153 x 1714 x 1305 mm
Gewicht: 1300 kg
Bauzeit: 1988-1993-Maserati 2.24 V
Stückzahl: 1147 Ex.