Der von 1967 bis 1972 gebaute NSU TT zählte damals zu den sportlichsten und agilsten Serienfahrzeugen seiner Klasse im deutschen Straßenbild. Wie schon sein Vorgänger der Prinz 1000 TT war der NSU TT oder auch 1200 TT genannt, als Sportlimousine konzipiert, die durch ihr günstiges Leistungsgewicht das spätere Konzept des VW Golf GTI vorweg nahm
Der TT,- das Kürzel bedeutete „Tourist Trophy“ und bezog sich auf das legendäre Rennen auf der Isle of Man-, basierte technisch auf dem NSU Prinz 1000, aus dem 1967 der NSU 1000 wurde. Allerdings besaß der TT/1200 TT einen etwas größeren Motor mit 1177 ccm Hubraum und eine sportlichere Ausstattung mit Doppelscheinwerfern, Sportlenkrad, Drehzahlmesser und dem Ölkühler unter der Stoßstange. Wie bei der Basisversion arbeitete der quer eingebaute und luftgekühlte ohc Vierzylindermotor im Heck des Fahrzeugs, üblich war auch das herausragende Fahrwerk mit der Schräglenker-Hinterachse und das markante Erscheinungsbild, das vom Design des Chevrolet Corvair inspiriert wurde
Der 1963 auf der IAA vorgestellte Prinz 1000 mit 1l ohc Vierzylinderreihenmotor hatte den Schritt weg vom Kleinwagen mit Zweizylindertriebwerk hin zum Kompaktwagen der unteren Mittelklasse vollzogen
Wie schon die Ausgangsbasis so zeichnete sich auch der TT dank der guten Gewichtsverteilung, dem modernen Fahrwerk mit Schräglenker-Hinterachse, dem potenten ohc-Vierzylindermotor mit fünffach gelagerter Kurbelwelle, halbkugelförmigen Brennräumen, gehärteten Zylinderlaufbahnen und Leichtmetall-Zylinderköpfen, der Zahnstangenlenkung und guter Bremsen als ein „ganz besonderes, überaus lebendiges, handliches und wendiges Auto“ mit ausgezeichneter Straßenlage und einem hohen Leistungspotential aus. Allerdings lag dieses beim TT um einiges höher.
Der NSU TT war eine echte Sportskanone und fuhr viele Erfolge ein
Für den professionellen Rennsport war zwar eher der als GT-Wagen homologierte NSU TTS zuständig, aber auch der TT wurde in unzähligen Rallyes und Rennen eingesetzt und zwar mit großem Erfolg. Als lediglich leicht zivilere Ausführung stand der TT seinem noch etwas sportlich-puristischeren Bruder nur wenig nach. Aus dem Rallye- und Rennsport waren beide Sportmodelle bald nicht mehr weg zu denken.
Mitte 1972 endete die Produktion des NSU TT mit 1,2 l-Motor nach 50174 gebauten Einheiten
Doch damit nicht genug, als der VW-Konzern Anfang der 70er Jahre NSU endgültig vereinnahmt hatte, endete 1973 mit dem 1200 C die Produktion der Heckmotor-Modelle von NSU komplett.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: ohc Vierzylinderreihenmotor im Heck, quer eingebaut
Hubraum: 1177 cm
Verdichtung: 9,2:1
Leistung: 65 PS bei 5500 U/min
Vergaser: 2 Solex 34 PCI-Fallstromvergaser
Höchstgeschwindigkeit ca. 155 km/h
Getriebe: vollsynchronisiertes Vierganggetriebe
Kupplung: Einscheiben-Trockenkupplung
Karosserie: selbsttragende Ganzstahlkarosserie
Vorderradaufhängung: an Trapez-Dreiecklenkern, Schraubenfedern, Querstabilisator
Hinterradaufhängung: an Schräglenkern, Schraubenfedern
Lenkung: Zahnstangenlenkung
Bremsen vorn: hydraulische Scheibenbremsen
Bremsen hinten: hydraulische Trommelbremsen
Radstand: 2250 mm
L x B x H: 3793 mm x 1490 mm x 1364 mm
Gewicht: 685 kg
Bauzeit: 1967-1972
Stückzahl: 50174 Ex.
Preis: 1967-6250 DM