Motobécane - Mobylette AV31 (1961)

Motobécane war neben Peugeot der bekannteste Zweiradhersteller in Frankreich. Neben Fahrrädern und Motorrädern stellte der Produzent aus Saint-Quentin im Norden Frankreichs seit 1949 mit großem Erfolg sein Motorfahrrad, die Mobylette her, die sich im Laufe der Jahre in zweistelliger Millionenhöhe weltweit verkaufte

Im Grunde hatte sich die Bauart der Mobylette AV 31 von 1961 über ein Jahrzehnt lang kaum geändert. Nicht viel anders als die abgebildete Mobylette sah das Modell AV 31 auch schon aus als es zum ersten Mal 1952 als weiterentwickelte Version des Ursprungsmodells von 1949 auf dem Markt erschien. Probleme bereiteten bei motorisierten Fahrrädern ja meist die Rahmen, wenn sie nicht stabil genug ausgelegt waren. Den Rahmen der Mobylette hatte man bei Motobécane eigens auf den Motor abgestimmt entwickelt und das zentrale Rahmenrohr durch eine zusätzliche Verstrebung verstärkt. Der 49 ccm Einzylinder-Zweitaktmotor mit Leichtmetallzylinder, den jedes Mobylette-Modell trug, hing bei der AV31 unter dem zentralen Rahmenrohr. Gestartet wurde der Motor über die Pedale, wodurch über Fliehkraftkupplung, Ritzel und Riemenscheibe die Motorkurbelwelle in Bewegung gesetzt wurde. Den kleinen, aber bei einem Benzinverbrauch von 1,2 l/100 km durchaus ausreichenden Tank hatte man um das Sattelrohr platziert. Ausgestattet war auch diese Mobylette mit einem in das Scheinwerfergehäuse integrierten Tacho, einer Ballhupe, einem Gepäckträger und einem Mittelständer. Andere Mobylette-Mofas und Moped-Modelle ab der späten 50er Jahre besaßen Rahmen aus zwei geprägten und zusammengeschweißten Blechhälften, deren Hohlraum als Tank genutzt wurde. Die abgebildete Mobylette mit Fahrradrahmen wurde nur bis 1965 gebaut.

Die Mobylette hatte in Frankreich einen ganz besonderen Stellenwert und ging als „la bleue“ in die Zweiradgeschichte ein

Ihr Spitzname rührt daher, dass sie eine zeitlang nur in dieser Farbe angeboten wurde. „La bleue“ erinnert aber auch an die Rennfarbe Frankreichs, in der die französischen Rennwagen früher lackiert waren.

Der große Erfolg der Mobylette-Modelle bis zum Konkurs von Motobécane und der Übernahme durch Yamaha 1983 lag sicher auch darin, dass diese Fahrzeuge damals führerschein,- und steuerfrei waren und auch von Jugendlichen gefahren werden durften. In ihrer Anfangszeit wurden sie daneben vor allem auch wegen der geringen Kosten, die sie bereiteten, angeschafft. Später kamen andere Gesichtspunkte ins Spiel. So kam man mit ihnen etwa im Großstadtverkehr viel schneller und unkomplizierter voran als mit anderen Verkehrsmitteln.

Fotos & Text: Marina Block

Technische Daten

Motor: luftgekühlter Einzylinder-Zweitaktmotor

Hubraum: 49,93 ccm

Leistung: 1 PS bei 3400 U/min

Höchstgeschwindigkeit: 28 km/h

Vergaser: Gurtner AR 10

Getriebe: einen Gang

Kupplung: Fliehkraftkupplung

Vorderradaufhängung: starr

Hinterradaufhängung: starr

Bremsen: vorn Felgenbremse; hinten Nabenbremse

Radstand: 1014 mm

Gewicht: 33 kg

Tankinhalt: 2,5 l

Verbrauch: 1,2l auf 100 km

Bauzeit: 1952-1965

Preis: 39800 FF



Bilder

Informationen:

MarkeMotobécane
ModelMobylette AV31
Baujahr1961

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