Gedacht war das von Honda-Ingenieur Mitsuja Sato entwickelte Mini-Motorrad als Fun-Bike zum Mitnehmen und für kurze Wege
Ursprünglich hatte er so ein kleines Spaßmobil für den Freizeitpark Tama Tech bei Tokio gebaut. Kinder konnten darauf Motorrad fahren lernen. Spaß hatten dann aber vor allem die Erwachsenen an dem winzigen Gefährt. Daraus erwuchs bei Honda die Idee, so ein Fahrzeug zu vermarkten. Diese Entscheidung sollte belohnt werden, denn die Honda Monkey wurde Kult.
Dieser Zweirad-Bonsai fand überall Platz
Mit einer Gesamtlänge von 1,27 m, einem moderaten Gewicht von 55 Kilogramm, einem Hebel zum Schließen der Tankbelüftung und einem klappbaren Lenker konnte die handliche und kompakte Monkey an den Heckträger eines Wohnwagens montiert werden, sie hatte Platz im Boot oder im Kleinflugzeug und auch im Auto wurde sie transportiert.
Die Honda-Werbung versuchte den Freizeitwert der Monkey hervorzuheben
So hieß es: „ Wo Sie auch sind, auf einem Schloß, dem Golfplatz, im Yachthafen von St. Tropez, auf der privaten Monkey-Rallye, beim Frühstück im Grünen oder, oder, oder. Eine Monkey macht überall und jederzeit einen Riesen-Spaß.“
Auch die Motorisierung der Monkey war vom Feinsten
So besaß der kleine Viertaktmotor mit 50 ccm Hubraum eine obenliegende Nockenwelle, die über eine mit einem mechanischen Kettenspanner bestückte Kette angetrieben wurde. Sein liegender Zylinder (Zylinder nur um 10° nach oben geneigt) bestand aus Grauguß, der Zylinderkopf und der Kolben aus Aluminium. Eine Trochoidölpumpe versorgte den Motor mit Schmiermittel. Der robuste Motor besaß eine sehr gute Ölfilterung. Allerdings durfte die Reinigung der Filter nicht vergessen werden, wie etwa der Schleuderölfilter in der Kupplungsglocke.
Unsere Monkey Z50A ist wie das Vorgängermodell ein begehrtes Sammlerstück, auch weil sie so original erhalten ist
Dieses Modell mit starrer Hinterradaufhängung und Teleskopvorderradgabel ging 1969 an den Start und blieb bis 1975 im Verkaufsprogramm. In den USA wurde sie unter der Bezeichnung Mini-Trial angeboten. Eine völlig original erhaltene Z 50 A ist nicht leicht zu finden. Viele Ersatzteile, wie originale Rücklichthalter oder Auspuffblenden sind nur noch schwer zu bekommen. Außerdem wurde an den Monkeys seit jeher viel gebastelt. Auch heute noch ist der Umgestaltungsdrang in der Szene ungebrochen, denn es wird getunt und gestylt, was das Zeug hält. Spezialisten für Monkey-Tuningteile gab und gibt es in Japan viele. Auch Bausätze zur Umgestaltung wurden angeboten. Interessant sind oft auch die Eigenentwürfe der Monkey-Enthusiasten.
Auf jeden Fall ist die Monkey Kult geworden. Und zwar sowohl bei Puristen, die auf Originalität setzen als auch bei den Kreativen, die sich von den Möglichkeiten der Monkey inspirieren lassen.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: ohc Einzylinder, liegend und luftgekühlt
Hubraum: 49 ccm
Bohrung x Hub: 39 mm x 41,4 mm
Verdichtung: 8,8:1
Leistung: 1,7 PS bei 5000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: ca. 40 km/h
Vergaser: Rundschiebervergaser
Durchlassweite: 12 mm
Zündung: kontaktgesteuerte Magnetzündung
Getriebe: halbautomatisches Dreiganggetriebe, fußgeschaltet
Kupplung: Fliehkraftkupplung
Primärantrieb: über Zahnräder
Sekundärantrieb: über Kette
Primäruntersetzung: 3,722
Gesamtuntersetzung: 2,917
Getriebeuntersetzung: 1.Gang-3,182; 2.Gang-1,824; 3.Gang-1,190
Rahmen: Zentralrohrrahmen aus Stahl
Radführung vorn: Teleskopgabel
Radführung hinten: starr
Bereifung: 3.50-8
Bremse vorn und hinten: Innenbackenbremse mit 110 mm Durchmesser
Radstand: 880 mm
Länge: 1270 mm
Breite: 580 mm
Höhe: 865 mm
Bodenfreiheit: 170 mm
Leergewicht: 55 kg
Ölkapazität: 0,8 l
Tankinhalt: ca. 2,5 l
Verbrauch: ca. 2 l auf 100 km
Lampen: vorn-6V-25 W; hinten-6V-5/18 W
Bauzeit: 1969-1975