1973 stellte BMW seine 6er-Baureihe im klassischen BMW-Design mit Zweizylinderboxermotor und Kardanantrieb des Hinterrads vor, deren kleinstes Modell die R60/6 mit 600 ccm Hubraum war
Die solide Tourenmaschine zeichnete sich durch Zuverläßigkeit, Robustheit, guten Komfort und moderate laufende Kosten aus. Natürlich stand sie ein wenig im Schatten ihrer größeren Geschwister mit 750 und 900 ccm Hubraum, zumal auch noch BMWs Superbike, die R90 S (BMWs Antwort auf die legendäre Honda CB 750 Four) gerade Furore machte.
Doch auch das 600er-Modell als die sparsamste Version der Reihe hatte ihre Vorzüge, die vor allem Behörden zu schätzen wußten, denn von diesen wurde die R60/6 besonders oft geordert.
Mit dem Verkaufserfolg der 5er Baureihe hatte die Motorrad-Crew von BMW das Motorrad fest in der Firmenpolitik verankert
Besonders gut gelaufen war das Ende der 60er Jahre vorgestellte Modell R75/5 mit 750 ccm ohv Zweizylinderboxermotor. Über 38000 Exemplare fanden bis 1973 Kunden. Dieses damals erfolgreichste BMW-Modell stellte die Weichen für die Zukunft.
Die R60/6 von 1973 war die Basisversion der neuen Baureihe und galt als leistungsfähiges und zuverläßiges Tourenmotorrad
Der luftgekühlte Zweizylinderboxermotor leistete 40 PS bei 6400 U/min und besaß im Zylinderkopf hängende und über Stoßstangen und Kipphebel betätigte Ventile. Ausgestattet war er mit Leichtmetallzylindern, zwei 26er-Bing-Schiebervergasern, einer kontaktgesteuerten Batterie-Spulenzündung und einem Fünfganggetriebe, das ein sensibles Handling erforderte. Serienmäßig gab es für die R60/6 vorn und hinten Trommelbremsen. Optional war aber auch eine Scheibenbremse für das Vorderrad lieferbar, die die größeren Versionen serienmäßig hatten. Einen großen Vorzug besaß natürlich der langlebige und wartungsfreundliche Kardanantrieb des Hinterrads. Besonders angenehm fiel die Ausgewogenheit der Lenkung auf, aber auch die Handlichkeit des Modells, die durchdachte Gestaltung und die reichhaltige Ausstattung wurden goutiert.
Auch diese Baureihe war ein Erfolg
Verkauft wurden von der R60/6, der R75/6 und der R90/6 bis 1976 insgesamt gut 51000 Exemplare. 1976 setzte dann eine neue Baureihe die bewährte Entwicklungslinie mit weiteren Verbesserungen fort.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: luftgekühlter ohv Zweizylinder-Boxermotor
Hubraum: 599 ccm
Bohrung x Hub: 73,5 mm x 70,6 mm
Leistung: 40 PS bei 6400 U/min
Verdichtung: 9,2:1
Höchstgeschwindigkeit: ca. 167 km/h
Verbrauch: ca. 5l auf 100 km
Vergaser: zwei Schiebervergaser von Bing
Durchlaßweite: 26 mm
Zündung: kontaktgesteuerte Batteriespulenzündung von Bosch
Schmierung: Druckumlaufschmierung mit Eaton-Ölpumpe
Getriebe: Fünfganggetriebe, angeblockt
Kupplung: Einscheiben-Trockenkupplung
Hinterradantrieb: Kardanwelle
Rahmen: Stahlrohrrahmen aus konisch gezogenen
Ovalrohren (verschweißt), Heckteil angeschraubt
Radführung vorn: hydraulisch gedämpfte Teleskopgabel
Radführung hinten: Schwinge mit zwei Federbeinen, 3-fach verstellbar
Bremse vorn: 200 mm-Duplex- Trommelbremse
Bremse hinten: 200 mm-Simplex-Trommelbremse
Bereifung vorn: 3,25 S 19
Bereifung hinten: 4,00 S 18
Gewicht: ca. 210 kg (leer)
Bauzeit: 1973-1976