DKW - Munga (1956)

1956 DKW Munga F91/4 (D)

Der DKW Munga wurde nach einer zweijährigen Entwicklungs,- und Erprobungsphase von der Bundeswehr als leichtes, geländetaugliches Militärfahrzeug ausgewählt

Nachdem die Bundeswehr 1953 Bedarf an einem Geländefahrzeug in der ¼ Tonnenklasse angemeldet hatte, bewarben sich Borgward, die Auto Union und später auch noch Porsche mit ihren Konstruktionen. Eindeutig durchsetzen konnte sich schließlich der DKW Munga (Mehrzweck-Universa-Geländewagen mit Allradantrieb) mit Dreizylinder-Zweitaktmotor gegenüber dem Goliath Typ 31 mit Zweizylinder-Zweitaktmotor und dem Porsche Typ 597 mit Vierzylinderboxerviertaktmotor. Der Munga ging 1956 in die Serienproduktion und wurde bis 1968, also noch drei Jahre nach der Übernahme der Auto Union durch VW, in circa 47 000 Exemplaren gefertigt.

Bei der Entwicklung des unter dem Motto von Effektivität und Effizienz entstandenen Munga verwendete man viele Komponenten aus der Produktion der Serienmodelle

Als Triebwerk diente der 40 PS starke DKW-Dreizylinder-Zweitaktmotor mit 900 ccm Hubraum. Ab 1958 löste ihn der größere Motor der AU 1000-Reihe mit 1000 ccm Hubraum ab. Ein Vierganggetriebe mit Untersetzung sorgte für 8 Vorwärts,- und 2 Rückwärtsgänge. Angetrieben wurde alle vier Räder permanent ohne Mitteldifferential. Deshalb war ein gleicher Reifendruck unbedingt notwendig. Die Minimalgeschwindigkeit des Fahrzeugs betrug 3 km/h, die Höchstgeschwindigkeit 100 km/h. Es gab den Munga als Typ 4 mit viersitziger Wannenkarosserie ohne Türen und mit tiefen Türausschnitten, außerdem gab es ihn als Typ 6 mit Pritschenaufbau und als Typ 8 mit verlängerter Pritsche. Aufgebaut waren die Stahlblech-Karosserien auf dem DKW-typischen Kastenprofilrahmen. Um möglichst viele Teile gegeneinander austauschen zu können, wurde auch die unabhängige Radaufhängung mit Querlenkern (unten) und Querblattfeder (oben) vorn und hinten einheitlich konstruiert. Pfiffige Detaillösungen gab es reichlich, wie etwa den Ölmessbecher im Tankverschluß. Ein voller Becher mit Öl kam auf 10 l Benzin, dann wurde über einen Draht am Tankverschluß ein damit verbundenes Schaufelrad im Tank bewegt und so alles vermischt. Das war einfach und wirkungsvoll im Gegensatz zur eher problembehafteten Frischölautomatik von Bosch, mit der die zivilen DKW-Fahrzeuge später ausgerüstet waren. Sinnvoll war auch die zwischen den Sitzen platzierte Handpumpe zur Flutung des Vergasers. So konnte der Munga auch bei tiefsten Temperaturen ohne Probleme gestartet werden. Und auch das abnehmbare Lenkrad machte Sinn. Zum einen war es eine effektive Diebstahlsicherung und zum anderen ließ sich der Munga so leichter verladen.

Der Dkw Munga war der letzte Zweitakter der Auto Union

Mitte der 60er Jahre war im Westen das Ende des Zweitaktmotors im zivilen Bereich besiegelt, weil der Zweitakter wegen seiner Geruchsbelästigung nicht mehr dem Zeitgeist entsprach. Im militärischen Sektor und auch als Behördenfahrzeug(Bundesgrenzschutz, Katastrophenschutz, etc.) überzeugten immer noch seine Vorteile, wie der einfache Aufbau, ein geringes Gewicht, eine höhere Literleistung, seine Anspruchslosigkeit und die geringeren Instandhaltungskosten. Dafür nahm man den höheren Verbrauch in Kauf. 1968,- drei Jahre nach Übernahme der Auto Union durch VW-, kam das Produktionsende und der Platz des DKW Munga sollte nach langer Entwicklungszeit vom viertaktenden VW Iltis übernommen werden. Der wurde allerdings wegen seines problematischen Fahrverhaltens nach nur 9000 gefertigten Exemplaren wieder eingestellt. Immerhin bildete er die technische Grundlage für den Audi quattro.

Fotos & Text: Marina Block

Technische Daten

Motor: Dreizylinder-Zweitaktmotor in Reihe

Hubraum: 896 ccm;

Leistung: 38/40 PS bei 4300 U/min;

Vergaser: Doppelfallstromgeländevergaser von Zenith

Antriebsart: permanenter Allradantrieb

Getriebe: synchronisiertes Vierganggetriebe mit Untersetzung (8 Vorwärtsgänge, 2 Rückwärtsgänge)

Lenkung Zahnstange

Höchstgeschwindigkeit: ca. 100 km/h

geringste Geschwindigkeit: 3 km/h

Chassis: Kastenprofilrahmen

Radaufhängung vorn/hinten: Querlenker unten, Querblattfeder oben

Karosserie: Wannenaufbau Typ 4; Pritsche Typ 6; verlängerte Pritsche Typ 8

Bremsanlage: hydraulische Duplex-Trommelbremsen vorn und hinten

Radstand: 2,00 m

Bodenfreiheit: 200 mm

Wattiefe: 500 mm

Steigfähigkeit im Gelände: 50 %

L x B xH: 3445 mm x 1705 mm x 1905 mm (Typ 4)

Leergewicht: ca. 1245 kg (Typ 4)

Verbrauch: ca. 11 l (auf Straße)

Bauzeit: 1956 – 1968 (Serie)

Stückzahl: ca. 46750 (insgesamt)


Bilder

Informationen:

MarkeDKW
ModelMunga
Baujahr1956

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