AJS - K9 (1928)

Die sportlichen Motorräder aus Wolverhampton

Die englische Motorradmarke AJS der fünf Stevens-Brüder aus Wolverhampton wurde 1909 gegründet. Ihr Name setzte sich aus dem Kürzel eines der Brüder zusammen (A.J. Stevens). Von Anfang an hatten sich die Stevens dem Rennsport verschrieben. Besonders prestigeträchtig waren in der Frühzeit vor allem die Erfolge in der Junior-Tourist Trophy. 1914 etwa holte eine Einzylinder-AJS mit 350 ccm Hubraum den Sieg in diesem Rennen. Das war eine Sensation, denn ein Einzylinder-Motorrad hatte das zuvor noch nicht geschafft. Auch in den 20er und 30er Jahren hielten die Erfolge von AJS an und bereits 1929 konnte die Marke auf 117 Weltrekorde verweisen.

Neben sportlichen Versionen wurden immer auch seitengesteuerte Tourenmodelle angeboten

Im Verkaufsprospekt von AJS standen 1928 11 verschiedene Einzylinder-Modelle in fünf Hubraumklassen und mit unterschiedlicher Ventilsteuerung. Hinzu kamen dann auch noch zwei große Zweizylindermodelle. Die angebotenen 500er-Modelle gab es mit seitengesteuertem, ohv und ohc-Motor. Das seitengesteuerte de luxe Tourenmodell K9 leistete 14 PS, war mit einem Binks-Vergaser und einem Magneten von Lucas ausgestattet und besaß ein über eine Kulissenschaltung am Tank betätigtes Dreiganggetriebe. Nicht mehr ganz up-to-date war an ihr die Druid-Vorderradgabel und der Stecktank. Das sollte sich im nächsten Jahr ändern, als AJS den Satteltank und neue Parallelogrammgabeln einführte. Das abgebildetes Exemplar ist ein Exportmodell, das sich in einigen Details unterscheidet. So besitzt es einen Tacho von der Firma Glashütte, einen Lenkungsdämpfer von Carmen aus Stuttgart und Griffe sowie Lenkerarmaturen von Magura. Das alles erhielt diese K9 von 1928 erst nach ihrem Import bei der deutschen Generalvertretung von AJS in München.

 

Die Modellpolitik, das intensive Engagement im Rennsport und die Weltwirtschaftskrise führten 1931 zum Besitzerwechsel.

Die angebotene Modellvielfalt und der Rennsport waren eine teure Angelegenheit. In Zeiten der Weltwirtschaftskrise konnte so etwas schnell schief gehen, was im Fall von AJS auch geschah. 1931 wurde die Marke an die Brüder Harry und Charles Collier verkauft, die schon seit 1899 in Plumstead bei London Matchless-Motorräder produzierten. Für AJS begann nun eine neue, und auch auf sportlichem Terrain nicht weniger aufregende Episode.

Fotos & Text: Marina Block

Bilder

Informationen:

MarkeAJS
ModelK9
Baujahr1928
Hubraum495 ccm
Leistung14 PS
SchaltungDreiganggetriebe, Kulissenschaltung
Neupreis 50 Pfund (Solomaschine ohne Licht) – 87 Pfund mit teuerstem Seitenwagen und Licht

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