Ford - 100 E Prefect (1957)

1953 stellte Ford England mit dem Prefect 100 E den Nachfolger der 1939 herausgebrachten Modelle Prefect E93A und E493A vor. Die Bezeichnung „Prefect“ bedeutete, dass es sich um Viertürer handelte. Die Modellreihe 100 E war vom Motor abgesehen eine sehr moderne Konstruktion mit selbsttragender Pontonkarosserie und vorderer Einzelradaufhängung an MacPherson-Federbeinen. Bis auf sein moderneres Fahrwerk entsprach der Prefect 100 E übrigens dem ersten Ford 12M, besaß aber kein Weltkugelemblem vorn, sondern ein stilisiertes Flugzeugemblem auf der Motorhaube. Das Modell zählte zu den preiswertesten Autos in England

Sowohl der 12M als auch der 100E waren unter Mitwirkung von Ford-Designer Larry Boysel entwickelte Pontonmodelle mit selbsttragender Karosserie und orientierten sich in ihrer Konstruktion am Studebaker Champion und an den größeren Ford Zephyr und Consul. Der Prefect 100E war eine viertürige Ausführung und verfügte über einen geräumigen Innenraum, über ein chices und modern geformtes Armaturenbrett aus Alublech und über zwei große Rundinstrumente sowie ein Zweispeichenlenkrad. Unter der Motorhaube des Prefect 100 E arbeitete ein 1,2 l Seitenventil-Triebwerk.

Den glattflächigen, geräumigen und mit einem sparsamen Motor bestückten 100 E behielt Ford bis Ende der 50er Jahre in seinem Programm. Als zweitürige Ausführung zählte der Ford Anglia zu dieser Modellreihe

Die in modernem Pontonstil geformte viertürige Limousine erhielt damals eine recht positive Presse. Nicht nur die gefälligen, glatten und gut unterteilten Flächen, die großen und übersichtlichen Fensterscheiben und das gute Platzangebot mit großem Gepäckabteil wurden gelobt. Auch die solide Technik, die gute Straßenlage, der Federungskomfort und selbst der zwar etwas veraltet wirkende aber doch sehr zuverlässige und sparsame, seitengesteuerte Vierzylinderreihenmotor mit 1172 ccm Hubraum und einer Leistung von 36 PS kamen gut an. Dank seiner selbsttragenden Karosserie war der 100 E mit 811 kg eine leichtgewichtige Konstruktion. Eine Besonderheit waren damals seine an MacPherson-Federbeinen und Querlenkern einzeln aufgehängten Vorderräder. Hinten gab es eine Starrachse an Blattfedern. Geschaltet wurde sein Dreiganggetriebe über eine Mittelschaltung. 1959 wurde der 100E durch den 107E mit ohv-Motor und Vierganggetriebe ersetzt.

Neben der viertürigen Prefect-Limousine und der zweitürigen Anglia-Limousine wurde der 100 E auch noch in anderen Karosserievarianten angeboten

So gab es ihn auch als Cabriolet, als Kombi, Kastenwagen und Pritschenwagen. Verkauft wurde der Prefect 100 E nicht nur in seinem Heimatmarkt sondern auch in Schweden, Kanada und Australien.


Fotos & Text: Marina Block


Technische Daten

Motor: Vierzylinderreihenmotor, sv

Hubraum: 1172 ccm

B x H: 63,5 mm x 92,5 mm

Leistung: 36 PS bei 4500 U/min

Höchstgeschwindigkeit: 114 km/h

Vergaser: Solex Fallstromvergaser

elektrische Anlage: 6 Volt

Getriebe: Dreiganggetriebe mit Mittelschaltung, auf Wunsch Halbautomatik

Antriebsart: Hinterradantrieb

Radaufhängung vorn: einzeln, an MacPherson-Federbeinen, Querlenkern, Stabilisator

Radaufhängung hinten: starr, an Blattfedern

Bremsen: hydraulische Trommelbremsen

Karosserie: selbsttragende Ganzstahlkarosserie

Radstand: 2489 mm

L x B x H: 4060 x 1580 x 1550 mm

Gewicht: 811 kg

Verbrauch: 7 l/100 km

Bauzeit: 1953-1959

 



Bilder

Informationen:

MarkeFord
Model100 E Prefect
Baujahr1957

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