Markenlogos symbolisierten bereits in der Frühzeit der Motorisierung die Individualität und die Erkennbarkeit des jeweiligen Unternehmens
Noch mehr als die Kühlerfiguren prägten die Markenembleme die Besonderheit eines Automobil,- Motorrad,- oder auch Fahrradherstellers. Schließlich trug das Emblem zumeist auch den Markennamen oder das Namenskürzel mit seinem speziellen Schriftzug. Bei dem wachsenden Angebot war natürlich ein hoher Wiedererkennungswert sehr wichtig. Hersteller legten Wert darauf, dass sich im Markenlogo auch die Geschichte ihres Unternehmens spiegelte. Es symbolisierte Vertrauenswürdigkeit und Beständigkeit. Alles konnte sich ändern, nur das Emblem blieb, zumindest in seiner Substanz, auch wenn es sich oft im Laufe der Zeit stilistisch dank des Zeitgeistes etwas veränderte. Sein Ursprung war aber immer erkennbar, denn eine Marke, die schon seit vielen Jahren existierte, würde es gewiss noch viel länger geben, so dachte man. Historisch gesehen war das Markenlogo ein Kind des 19. Jahrhunderts, als dank neuer Drucktechniken die Vorläufer des modernen Grafikdesigns entstanden und Bild und Schrift zu verschmelzen begannen. So wurde es zu einem wichtigen Faktor der visuellen Kommunikation einer Marke.
Ein Markenlogo transportiert das Selbstbild einer Marke. Es soll, kurz gesagt, im optimalen Fall den Kern und das Wesen der Marke vermitteln
Um all das gelungen herüber zu bringen, bedurfte es schon immer des Einsatzes von guten Grafikern und Künstlern mit einem Sinn für Ästhetik und gestalterischem Können. Aber auch der Zeitgeist in der Kunst spielte bei der Umsetzung eine gewisse Rolle. Deutlich wird dies etwa an der speziellen Schriftart, an der zeittypischen Verwendung besonderer Symbole oder auch an der Beliebtheit gewisser Tierarten, deren Konterfei oft viele Embleme zierte.
Beliebt war, was Kraft und Schnelligkeit ausstrahlte. Schließlich zählten diese Eigenschaften zu den wichtigsten Attributen des Automobils und des Motorrads. Kein Wunder also, dass Löwe, Jaguar und Adler zu den Favoriten unter den Motiven für ein Emblem gehörten und dass Darstellungen, die in stilisierter Form Dynamik übermittelten, sehr gefragt waren
Ein brüllender Löwe mit wallender Mähne, wie er sich in den Emblemen von Peugeot und von Lion-Peugeot fand, drückte unbändige Kraft, aber auch Stolz und eine gewisse Bedachtsamkeit aus. Die Charaktereigenschaften der Tierart sollten als Identifikationsmuster für die Automarke dienen. Bei einem Jaguar im Emblem kam noch eine Prise mehr Gefährlichkeit und Schnelligkeit hinzu. Auch mit dem Adler als König der Lüfte wurden diese Eigenschaften assoziiert. Einen Adler verwendete als Markenzeichen übrigens nicht nur die deutsche Marke aus Frankfurt (zeitbedingt mal nach links und mal nach rechts schauend), sondern auch der französische Hersteller Chenard et Walker. Ein temperamentvolles Pferd, das Schnelligkeit und Power symbolisierte, fand sich eindrucksvoll bei Ferrari. Stilisierende Darstellungen, die vor allem Dynamik ausdrückten, waren vielfältig. Nicht nur der Blitz von Opel konnte dies effektvoll übermitteln, sondern auch der stilisierte Propeller des BMW-Emblems, die Pfeile von Citroen, der spitz zulaufende Stern im Emblem des Mercedes mit Spitzkühler, die stilisierten Flügel am Glas Goggomobil und auch am NSU-Fiat-Emblem oder die für die vier Automarken stehenden Ringe der Auto Union (rollende Räder) aber auch schwungvolle Schriftzüge wie bei Ford, Wanderer oder Panhard oder unterschiedliche Schrifthöhen im Schriftbild wie bei Röhr oder Dixi. Für futuristische, fliegende Motive, stilisierte Flugzeuge, Jets und Schnellzüge als Synonym für Dynamik und Kraft hatten besonders die Amerikaner viel übrig, das zeigte sich etwa an den Flugzeugemblemen von Hudson, Mercury, Oldsmobile, Kaiser oder Pontiac. Bei Chevrolet kamen sowohl stilisierte Flugobjekte, wie etwa das Flugzeug mit den Start,-und Zielflaggen der Rennbahn im Hintergrund bei der Corvette, als auch Schnellzüge zum Einsatz.
Fotos & Text: Marina Block