Vitrine - frühe automobile Zubehörteile

Zu Beginn der Motorisierung und auch noch einige Jahrzehnte danach wurden Zubehörteile für Auto und Motorrad erfunden, die damals das automobile Leben erleichterten und die heute zum überwiegenden Teil kaum mehr bekannt sind

So war früher zum Beispiel ein Bremsmesser notwendig um den Grad der Bremswirkung messen zu können. In den USA, wo Sicherheitsvorkehrungen sehr früh einen hohen Stellenwert erlangten, war dieses Gerät sogar vorgeschrieben. Ferner gab es damals einen Wirbulator gegen Insekten. Das war ein flügelförmiges und durchsichtiges Plastikteil, das auf der Motorhaube platziert wurde, um die damals noch in einem weit größeren Umfang vorhandenen Insekten von der Windschutzscheibe fern zu halten. Der Effekt war allerdings nur mäßig erfolgreich.

Tarnscheinwerfer waren ein Relikt aus Kriegszeiten. Da man vom Gegner nicht gesehen werden aber selbst natürlich den Weg im Dunkeln finden wollte, wurden spezielle Scheinwerfer mit Tarnvorrichtungen entwickelt, die von Flugzeugen schlecht auszumachen waren. Bremslichter mussten für nachfahrende Fahrzeuge allerdings immer erkennbar sein. Während der Nazizeit wurde das Vorhandensein eines zweiten Bremslichts zur Pflicht. Für uns seltsam erscheint auch das Anbringen des Bremslichtes auf dem vorderen Kotflügel und die Betätigung über einen Bowdenzug.

Ausgestellt waren auch die früher gebräuchlichen Karbidlampen. In einem separaten Behälter wurde Calciumcarbid mitgeführt, über dem sich ein zweiter Behälter mit Wasser befand. Wenn man dann Wasser auf Karbid tropfen ließ, entstand Acethylengas, das durch eine kurze Rohrleitung, die in einem Reflektor endete, geführt wurde. Das Gas ließ sich wohldosiert abbrennen.

Interessant war auch, dass früher in Frankreich die rechten und linken Scheinwerfer unterschieden wurden und man dies mit grünen Streifen kennzeichnete. Ausgestellt ist auch eine Löschbombe, die vor allem im Krieg wichtig wurde. Wenn es Bombenalarm gab, flüchteten die Menschen in die Kellerräume oder in Schutzbunker. Um die Häuser möglichst vor Bränden zu schützen, ohne dass sich jemand oberhalb der Keller aufhalten musste, wurden die mit Alaunpulver und ein wenig Schießpulver gefüllten, kugelförmigen Gebilde auf dem Dachboden verstaut. Bei Bombeneinschlag und Feuerausbruch sollten die Löschbomben ebenfalls explodieren und das Löschpulver auswerfen. Ob sie einen großen Nutzen hatten, war aber fraglich.

Wichtig waren auch Fahrtrichtungsanzeiger. So gab es vom Mikroskop,- und Objektivhersteller Zeiss Ikon einen elektrischen Fahrtrichtungsanzeiger mit einem beleuchteten und drehbaren Richtungspfeil, der auf einer Scheibe saß und die gewünschte Fahrtrichtung signalisierte. Er zeigte nicht nur an, ob man rechts oder links fahren wollte, sondern auch geradeaus. Dieses Zubehörteil wurde Contaxwinker genannt, konnte von etwa 1924 bis 1929 als Extra geordert werden und fand sich meist an teuren Fahrzeugen. Serienmäßig war es nirgendwo im Einsatz, denn allgemein üblich waren damals die an den Türholmen angebrachten Pendelwinker, die anfangs manuell über Bowdenzüge und später elektromagnetisch betätigt wurden.

Zu den Exponaten zählen außerdem alte Feuerlöscher aus Messing, die oft auf den Trittbrettern der Automobile mit einer Halterung befestigt wurden und die als Zubehörteil angeboten wurden. Häufig zu finden war etwa der Pyrene Carbon-Tetrachloride Feuerlöscher aus den USA. Die auch als Tetrachlormethan bekannte Chemikalie, die hochgradig toxisch wirkt, wurde jahrzehntelang als Löschmittel vor allem in Handfeuerlöschern und auch in der Kleiderreinigung eingesetzt.

Fotos & Text: Marina Block

Bilder

Informationen:

MarkeVitrine
Modelfrühe automobile Zubehörteile
Baujahrab 1900

Weitere Fahrzeuge