Jaguar - XK 150-S (1958)

Sportliche Autos und vor allem zweisitzige Roadster besaßen in Großbritannien schon immer einen großen Stellenwert. Auch nach dem Krieg lebte diese Tradition schnell wieder auf. Im Herbst 1948 sorgte Jaguar mit einem elegant geformten Sportwagen samt neuem dohc-Sechszylindertriebwerk auf der Londoner Automobilausstellung für Schlagzeilen. Der neue Motor sollte übrigens zur Ausgangsbasis aller folgenden Jaguar-Modelle werden. Dem XK 120 folgten in den nächsten Jahren mit dem XK 140 und dann mit dem 1957 herausgebrachten XK 150 größere Varianten

Die von William Lyons 1931 gegründete Marke S.S. wurde,- den Grund dafür kann man sich leicht denken-, nach dem Krieg in Jaguar umbenannt. Als erste Neuentwicklung präsentierte sie 1948 die Limousine Mark V, dicht gefolgt vom zweisitzigen Roadster XK 120. Die Bezeichnung verwies auf sein Geschwindigkeitspotential von 120 mph (192 km/h). Bei den nachfolgenden Modellen XK 140 und XK 150 traf dieser Zusammenhang nicht mehr ganz zu, denn der XK140 hatte ein Potential von circa 200 km/h und der XK 150 erreichte in der Normalversion 210 km/h und als S-Variante 219 km/h.

Die betörend schöne Formgebung der XK-Baureihe fand schnell eine große Fangemeinde, denn dieser Sportwagen kombinierte höchste Leistungsfähigkeit mit ausgezeichneten Fahreigenschaften und einer formvollendeten Gestalt bei gutem Komfort und einer hochwertiger Verarbeitung.

Der 1958 vorgestellte XK 150 S besaß den exzellenten, langhubigen dohc Sechszylinderreihenmotor in noch einmal leistungsgesteigerter Form

Der mit zwei obenliegenden Nockenwellen bestückte Motor leistete bei 3,5 l Hubraum und ausgestattet mit drei statt zwei SU-Vergasern 250 PS bei 5200 U/min. Damit konnte der elegante Sportwagen eine Höchstgeschwindigkeit von 219 km/h erreichen. Später gab es den dohc-Reihensechszylinder auch in einer 3,8 l-Version mit 265 PS. In Rennversionen (Jaguar D-Type, C-Type, XKSS) verhalf der dohc-Reihensechszylinder der Sportwagenmarke 1951, 1953, 1955, 1956 und 1957 zu Siegen des 24-Stundenrennens von Le Mans.

Der XK 150, der das ausgereifteste Modell der XK-Baureihe darstellte, unterschied sich von seinen Vorgängern nicht nur in seiner höheren Leistungsfähigkeit

So war der XK 150 weltweit das erste Serienfahrzeug, das mit vier Scheibenbremsen versehen wurde. Die Karosserie hatte man etwas glattflächiger und geradliniger gestaltet und den eleganten Hüftschwung über dem hinteren Radlauf weg gelassen. Außerdem besaß dieses Modell nun eine einteilige Panorama-Windschutzscheibe und auch hinten eine durchgehende Stoßstange. Ein weiteres Novum war der springende Jaguar als Kühlerfigur.

Der XK 150 wurde als Fixed Head Coupé (mit festem Dach), als Drop Head Coupé Cabriolet mit versenkbarem Stoffverdeck und natürlich auch wieder als Open Two Seater (OTS) angeboten, der allerdings nun über Kurbelfenster statt Steckscheiben verfügte

Bis zu seinem Produktionsende 1961, als er vom weit moderneren Jaguar E-Typ mit selbsttragender Karosserie und Einzelradaufhängung aller Räder abgelöst wurde, entstanden vom XK 150 1300 Roadster (OTS), 3457 Coupés (FHC) und 1893 Cabriolets (DHC), vom XK 150 S gab es 888 Roadster, 199 Coupés und 104 Cabriolets.

Fotos & Text: Marina Block

Technische Daten

Motor: dohc Reihensechszylinder

Hubraum: 3442 ccm

B x H: 82 mm x 106 mm

Verdichtung: 8:1

Leistung: 250 PS bei 5200 U/min

max. Drehmoment: 293 Nm bei 3000 U/min

Beschleunigung: ca. 8 sec. 0-100 km/h

Höchstgeschwindigkeit: 219 km/h

Vergaser: 3 SU-Vergaser

Getriebe: Viergangschaltgetriebe, Automatikgetriebe optional

Bremsen: Scheibenbremsen

Vorderradaufhängung:ungleich lange Dreiecksquerlenker, Drehstabfedern

Hinterradaufhängung: Starrachse, Halbelliptik-Blattfedern

Rahmen: Kastenrahmen mit Querverstrebungen

Karosserie: Stahlkarosserie mit Aluminiumtüren und Aluminiumhauben

Radstand: 2590 mm

Länge: 4470 mm

Gewicht: 1405 kg

Bauzeit: 1958-1961 XK 150 S

Stückzahl: 199 Ex. XK 150 S FHC


Bilder

Informationen:

MarkeJaguar
ModelXK 150-S
Baujahr1958

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