Ford - Taunus 12m (1962)

Der Taunus 12m/15m war die erste Neukonstruktion der deutschen Ford-Werke nach dem zweiten Weltkrieg

Der 12m, ein Fahrzeug der unteren Mittelklasse, kam 1952 auf den Markt und war durch sein Weltkugelemblem vorn an der Motorhaube sofort deutlich zu erkennen. Der bis 1959 gebaute Weltkugeltaunus war ein unter Mitwirkung von Ford-Designer Larry Boysel entwickeltes Pontonmodell mit selbsttragender Karosserie und orientierte sich in seiner Formgebung am Studebaker Champion. In Köln wurde das Design dann an deutsche Dimensionen angepasst. 1959 erhielt der luxuriös wirkende und mit reichlich Chrom bestückte 12m ein Facelifting, verlor dabei seine prägnante Weltkugel zugunsten eines moderneren Kühlergrills, besaß nun ein chices Armaturenbrett mit drei Rundinstrumenten sowie ein Dreispeichenlenkrad und war zudem in ansprechender Zweifarbenlackierung samt lackiertem Seitenstreifen zu haben. Ausgestattet war der 12m mit einem 1,2 l Seitenventil-Triebwerk. Die größere Ausführung als 15m wurde hingegen mit einem leistungsstärkeren ohv 1,5 l Vierzylindermotor versehen und war auch etwas reichhaltiger ausgestattet. Eine Sparversion für den schmaleren Geldbeutel gab es hingegen seit 1953 mit dem Taunus 12. Der ab 1959 aufgelegte Seitenstreifen-Taunus war gegen Aufpreis übrigens auch mit dem 55 PS leistenden 1,5 l-Motor des zu diesem Zeitpunkt bereits eingestellten Modells 15m zu haben.

Den eleganten, geräumigen und mit einem sparsamen Motor bestückten 12m behielt Ford 10 Jahre lang in seinem Programm

Die in modernem Pontonstil geformte Limousine erhielt damals eine überwältigend positive Presse. Nicht nur die gefälligen, glatten und gut unterteilten Flächen, die großen und übersichtlichen Fensterscheiben und das gute Platzangebot mit großem Gepäckabteil bekamen viel Lob. Auch die solide Technik, die gutmütige Straßenlage, der Federungskomfort und selbst der zwar etwas veraltet wirkende aber doch sehr zuverlässige und sparsame, seitengesteuerte Vierzylinderreihenmotor kamen gut an. Der mit 850 kg recht leichtgewichtige 12m besaß eine selbsttragende Karosserie, seine Vorderräder waren an Doppelquerlenkern und Schraubenfedern aufgehängt und er verfügte über eine hintere Starrachse an Blattfedern. Geschaltet wurde sein Dreiganggetriebe über eine Lenkradschaltung, die viel Bewegungsfreiraum auf der vorderen Sitzbank ließ. Ab 1959 verfügte der 12m über eine weichere Federung mit längeren Federwegen und über einen Torsionsstabilisator an der Vorderachse.

Den 12m gab es in verschiedenen Karosserievarianten

Neben der Limousine wurde auch ein vom Karosseriehaus Deutz gebautes Cabriolet, ein von Karmann aus Osnabrück gefertigter Kombi, ein Kastenwagen und ein Pritschenwagen angeboten.

Fotos & Text: Marina Block

Technische Daten

Motor: Vierzylinderreihenmotor, sv

Hubraum: 1172 ccm

B x H: 63,5 mm x 92,5 mm

Leistung: 38 PS bei 4250 U/min

Höchstgeschwindigkeit: 115 km/h

Vergaser: Solex Fallstromvergaser

elektrische Anlage: 6 Volt

Getriebe: Dreiganggetriebe mit Lenkradschaltung, Vierganggetriebe gegen Aufpreis

Antriebsart: Hinterradantrieb

Radaufhängung vorn: einzeln, an ungleich langen Doppelquerlenkern, Schraubenfedern

Radaufhängung hinten: starr, an Blattfedern

Bremsen: Trommelbremsen

Karosserie: selbsttragende Ganzstahlkarosserie

Radstand: 2489 mm

L x B x H: 4060 x 1580 x 1550 mm

Gewicht: 850 kg

Verbrauch: 7 l/100 km

Preis: ca. 5600 DM

Bauzeit: 1959-1962 G13 AL

Stückzahl: ca. 431000 Ex. 12m bis 1962 insgesamt



Bilder

Informationen:

MarkeFord
ModelTaunus 12m
Baujahr1962

Weitere Fahrzeuge