Der von 2002 bis 2009 gebaute Nissan 350 Z war derzeit das Sportwagenprestigeobjekt des japanischen Automobilherstellers. Der zweisitzige Sportwagen repräsentierte die fünfte Generation der Z-Sportwagenbaureihe von Nissan
Angeboten wurde der 350 Z, der auf dem japanischen Markt Nissan Fairlady Z hieß, als zweitüriges Sportcoupé mit Heckklappe und als zweisitziger Roadster. Auf den deutschen Markt kam das Coupé erst 2003 und der Roadster 2004.
Die Z-Sportwagenbaureihe von Nissan hat bereits eine lange Tradition Sie begann 1969 mit dem Datsun 240 Z, der den Datsun Fairlady ablöste. Seit 1934 zählte die älteste japanische Automarke zum Nissan-Konzern. Ab 1985 übernahm dann Nissan mit dem Nissan 300 ZX die Namensregie.
Für den Nissan 350 Z wurde ein völlig neues Design entwickelt
Ende der 90er Jahre arbeitete das Designteam von Nissan North America noch während der Fusionsverhandlungen zwischen Nissan und Renault an einem Nachfolger für den wenig erfolgreichen 300 ZX. Der in Detroit präsentierte Konzeptwagen machte wieder auf Nissan aufmerksam, auch wenn das Design als zu retrohaft empfunden wurde. Doch das neu erweckte Interesse überzeugte die Nissan-Leitung davon eine neue Z-Generation zu entwickeln. Nun konzentrierte man sich auf ein völlig neues und zukunftsfähiges Design. Unter der Leitung des Chefdesigners Mamoru Aoki entstand in Zusammenarbeit der Nissan-Designbüros von Deutschland, Japan und der USA die Gestalt des modern und frisch wirkenden sowie bestens ausgestatteten Nissan 350 Z mit wohlproportionierten Rundungen und dezenten Kanten, die ihn bullig und kompakt wirken ließen, und der in seiner Bauzeit zu einem der meist verkauften Sportwagen der Welt avancierte.
Der 350 Z war ein kompakter und vor Kraft strotzender Zweisitzer mit leistungsstarkem und geradezu bissigem 3,5 l V-Sechszylindertriebwerk samt sportlichem Sound. Dazu war er schon serienmäßig bestens ausgestattet und bot ein hervorragendes Preis/Leistungsverhältnis
In nur 5,9 Sekunden beförderte der anfangs 280 PS-starke, 24ventilige Alu-Motor (später gab es Leistungssteigerungen) den bulligen Sportwagen auf 100 km/h. Abgeriegelt wurde der mit zwei oben liegenden Nockenwellen pro Zylinderbank ausgestattete und vorne längs mit Schwerpunkt hinter der Vorderachse eingebaute V6 bei einer Geschwindigkeit von 250 km/h. Die Position des Triebwerks hinter der Vorderachse trug zu einer besseren Gewichtsverteilung bei. Um das Gewicht des Sportwagens mit Hinterradantrieb möglichst niedrig zu halten, wurde die einteilige Kardanwelle aus Kohlenstofffaser verstärktem Kunststoff (Faserverbundrohr) hergestellt, was direkt aus dem Rennsport stammte. Abstriche gab es wegen des für einen Sportwagen etwas zu hoch liegenden Schwerpunkts, verursacht durch den etwas hoch bauenden V-Sechszylinder. Auch die bei hoher Belastung trotz verbauter Domstreben auftretenden Karosseriebewegungen verhindern den Job als Extremsportler, was aber wohl auch nicht beabsichtigt war.
Nicht nur die Fahrleistungen, auch die Ausstattung des 350 Z verwöhnte die Insassen
So wanderte etwa bei Verstellung der Lenkradposition das Instrumentengehäuse mit, damit die Anzeigen immer perfekt im Sichtfeld lagen. Zudem war das Raumangebot für einen Sportwagen sehr großzügig bemessen, ohne Fahrer und Beifahrer einzuschränken. Auch gab es vieles, das bei anderen Sportwagen auf der Zubehörliste stand, beim 350 Z serienmäßig.
Vom 350 Z wurden auch limitierte Sondermodelle gefertigt, wie die Anniversary Edition zum 35jährigen Geburtstag der Z-Baureihe, oder die Racing Edition, ein Sondermodell in Erinnerung an das 24-Stundenrennen auf dem Nürburgring, an dem ein 350 Z teilgenommen hatte.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: dohc V-Sechszylindermotor , Frontmotor hinter Vorderachse, Vierventiler
Hubraum: 3498 ccm
B x H: 95,5 x 81,4 mm
Leistung: 280 PS bei 6200 U/min
Max. Drehmoment: 363 Nm bei 4800 U/min
Verdichtung: 10,3:1
Beschleunigung: 5,9 sec. von 0 auf 60 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h (abgeriegelt)
Gemischbildung: Einspritzung, Multipoint
Getriebe: Sechsgangschaltgetriebe oder Fünfstufen-Automatik
Antriebsart: Hinterradantrieb
Karosserie: selbstragende Stahlblechkarosserie, zweitürig und zweisitzig; Roadster und Sportcoupé Vorderradaufhängung: Doppelquerlenker, Schraubenfedern, Querstabilisator
Hinterradaufhängung: Mehrlenkerhinterachse, Schraubenfedern, Querstabilisator
Bremsen: innenbelüftete Scheibenbremsen
Radstand: 2650 mm
Spur vorn/hinten: 1535/1545 mm
Gesamtmaße: 4310 x 1815 x 1315 mm
Leergewicht: 1530 kg
Verbrauch: 11,1 l auf 100 km
Tankinhalt: 80 l
Preis: 34900 Euro (Basispreis)
Bauzeit: 2002-2009 (Roadster ab 2004 in Deutschland angeboten)