Der Kunden-Wunsch nach einem Kleinwagen
Nach dem Krieg wurde der Wunsch vieler DKW-Freunde immer lauter, doch auch wieder einen echten Kleinwagen zu bauen. Schließlich fielen weder der DKW 3=6 noch der Auto Union 1000S von Kosten und Verbrauch her in diese Kategorie. Mitte 1959 war es dann endlich so weit und der DKW Junior mit Dreizylinder-Zweitaktmotor, 750 ccm Hubraum und 34 PS betrat die Bühne.
Der erfolgreich verkaufte DKW Junior entstand im neuen Ingolstädter Werk
Nachdem Daimler-Benz 1958 die Gesellschaftsanteile der Auto Union AG übernommen hatte, begann man in Ingolstadt mit dem Bau einer hochmodernen Automobilfabrik. Bereits im Jahr darauf entstand hier das neue Kleinwagenmodell Junior, das allein schon 1960 in 60000 Exemplaren vom Band lief. Von allen späteren Variationen wurden bis zum Produktionsende 1965 insgesamt sogar 238831 Stück verkauft. Man hatte mit dem DKW Junior also durchaus eine richtige Entscheidung getroffen.
Eines der letzten deutschen Automodelle mit Chassis
Ende der 50er Jahre waren mittlerweile Autos mit selbsttragenden Karosserien üblich geworden. Auch der DKW Junior sollte ursprünglich eine selbsttragende Karosserie erhalten. Man experimentierte damals mit einer Kunststoffkarosserie, die man allerdings zu Gunsten einer Stahlkarosserie wieder verwarf. Dann stellte sich heraus, dass die für den Junior gedachte selbsttragende Form nicht verwindungssteif genug war, so dass letztendlich doch ein stabiles Chassis konstruiert wurde. Auch wenn die Konstruktion nicht mehr up-to-date war, hatte sie Vorteile. Reparaturen etwa nach einem Unfall waren so deutlich billiger. Außerdem überlebten aus diesem Grund viel mehr DKW Junioren als beispielsweise BMWs 700er mit selbsttragender Karosserie.
Fotos & Text: Marina Block